So geht's: Corner-2-Corner (C2C)

Die Corner-2-Corner-Technik ist eigentlich ganz leicht, wenn man das Prinzip erst einmal verstanden hat. Dann kann man nicht nur einfarbige Sachen ganz entspannt häkeln, weil das Muster immer dasselbe ist, sondern mit verschiedenen Farben auch ganz tolle Motive zaubern.

Immer wieder greife ich auf diese Technik zurück, wie zum Beispiel hier bei dieser Decke mit Che Guevara, die mein allererster Versuch mit C2C war:



Bald darauf sind diese drei Babydecken gefolgt:





Für kleinere Motive eignen sich Polster besonders gut:





An Motiven mangelt es nicht, denn oft kann man Kreuzstichmuster verwenden, die es bis zur Genüge kostenlos im Internet gibt.
Willst du lieber etwas Eigenes machen, empfehle ich dir diesen Link:



Aber auch einfarbige C2C-Sachen mache ich sehr gerne, weil sich das leicht Wellige der Struktur gut anfühlt und gut aussieht. Zwar ein kleines bisschen löchrig, aber die Sachen werden dadurch nicht zu fest oder steif.

Jedes Mal, wenn ich also etwas mit der Corner-2-Corner-Technik gehäkelt habe, wollte ich es gerne erklären, und habe dabei bemerkt, dass das Häkeln zwar kinderleicht, das Erklären aber irgendwie blöd ist.
Darum habe ich mich jetzt mal hingesetzt und Schritt für Schritt Fotos gemacht, mit denen es dir hoffentlich gelingt, auch das C2C-Häkeln zu lernen (sofern du es nicht schon kannst!) 😊



Zuerst zeige ich dir gleich mal die Häkelschrift:


1. Reihe: 6 Lm, 3 Stb ab der 4. Lm von der Nadel aus

2. Reihe: 6 Lm, 3 Stb ab der 4. Lm von der Nadel aus, Km um die Luftmaschen der Vorreihe, 3 Lm, 3 Stb um die Luftmaschen der Vorrunde

3. Reihe: 6 Lm, 3 Stb ab der 4. Lm von der Nadel aus, Km um die Luftmaschen der Vorreihe, 3 Lm, 3 Stb um die Luftmaschen der Vorrunde, Km um die Luftmaschen der Vorreihe, 3 Lm, 3 Stb um die Luftmaschen der Vorrunde





Jetzt das Ganze langsam Schritt für Schritt:

Du beginnst mit 6 Luftmaschen:



...und häkelst in die 4. Masche von der Nadel aus ein Stäbchen:




Auch in die letzten beiden Luftmaschen kommt jeweils ein Stäbchen:



Schon ist das erste Kästchen fertig!



Beginnen wir mit der nächsten Reihe, indem du wieder 6 Luftmaschen machst:




Genau wie beim ersten Kästchen machst du auch hier wieder 3 Stäbchen auf die Luftmaschen, beginnend bei der 4. Masche von der Nadel aus:




Jetzt musst du den unteren Teil drehen. Du klappst ihn nach oben, sodass der Anfangsfaden in der unteren, linken Ecke ist:





Als nächstes muss das gerade gemachte Kästchen an dem bereits vorhandenen festgemacht werden.
Dazu stichst du mit der Häkelnadel in den Bogen aus den drei Luftmaschen:




...und befestigst das Ganze mit einer Kettmasche:




Für das nächste Kästchen machst du gleich anschließend 3 Luftmaschen:




...und um denselben Luftmaschenbogen, in den du schon die Kettmasche gemacht hast, häkelst du jetzt 3 Stäbchen:



Die 2. Reihe, die aus 2 Kästchen besteht, ist fertig!



Um die neue Reihe anzufangen, machst du wieder 6 Luftmaschen:




...in die erneut 3 Stäbchen kommen, ab der 4. Masche von der Nadel aus:




Nachdem du das erste Kästchen der dritten Reihe gehäkelt hast, muss das Häkelstück wieder gewendet werden, damit man in der richtigen Richtung weiterhäkeln kann.
Einfach von unten nach oben klappen, damit sich der Anfangsfaden wieder unten links befindet:




In den Luftmaschenbogen einstechen:




...und mit einer Kettmasche das gerade gehäkelte Kästchen befestigen:





Wieder 3 Luftmaschen machen:




...und 3 weitere Stäbchen um denselben Luftmaschenbogen:




In den nächsten Luftmaschenbogen einstechen:




Du ahnst es bestimmt schon: Mit einer Kettmasche befestigen:




...und nochmal 3 Luftmaschen, gefolgt von 3 Stäbchen:



Somit haben wir jetzt die 3. Reihe geschafft!
Hast du den Dreh schon raus?



Auch die 4. Reihe beginnt mit 6 Luftmaschen, in die ab der 4. Masche von der Nadel aus 3 Stäbchen gehäkelt werden:




Häkelstück drehen.
Der Anfangsfaden muss unten links sein, aber mittlerweile hat die Arbeit schon so weit Form angenommen, dass man sich auch ohne diese Hilfe etwas orientieren kann:




Nach immer demselben Schema die 4. Reihe fertighäkeln, die aus 4 Kästchen besteht:




Nach der 5. Reihe mit insgesamt 5 Kästchen schaut die Arbeit so aus:




Je nachdem, ob du einen Schal oder eine Decke häkeln willst, machst du dementsprechend viele Reihen.

Hat deine Arbeit die gewünschte Breite erreicht, geht es ans Abnehmen.
Da gibt es zwei Möglichkeiten: entweder willst du ein Rechteck häkeln oder ein Quadrat.

Wenn du ein  Quadrat  machen willst, dann nimmst du sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite ab und hast daher in jeder Reihe ein Kästchen weniger als in der vorherigen.

In der Häkelschrift mit Bleistift gezeichnet, beginnst du mit dem Abnehmen - bei unserem Beispiel die 6. Reihe - oben links mit 3 Kettmaschen:





Nachdem du die Arbeit nach der 5. Reihe gewendet hast, machst du (statt den 6 Luftmaschen wie bisher) in die gerade gehäkelten 3 Stäbchen jeweils eine Kettmasche:




Anschließend werden 3 Luftmaschen gehäkelt:




...und nach mittlerweile schon bekannter Manier 3 Stäbchen um den Luftmaschenbogen:




So häkelst du insgesamt 4 Kästchen:



Pass auf, dass du an dieser Stelle das letzte Kästchen weglässt. Wir wollen ja abnehmen, und das letzte Kästchen wäre eine Zunahme!
Du kannst auch die Kästchen zählen. Bisher hatten wir in jeder Reihe ein Kästchen mehr als in der Vorreihe, also muss beim Abnehmen nach Adam Riese jeweils eines weniger sein! 😏




Nachdem du das letze Kästchen also mit einer Kettmasche befestigt hast, bist du aber mitten im Nirgendwo. Darum musst du mit 3 Kettmaschen, die in die letzten 3 Stäbchen gehäkelt werden, zurück, um weiterhäkeln zu können:




3 Luftmaschen:




3 Stäbchen um die Luftmaschenkette:




...und die Reihe wie gewohnt beenden.
Man erkennt jetzt deutlich, wie die Form eines Quadrates entsteht, was es leichter macht, die Reihen an der richtigen Stelle zu beenden:




Auch die vorletzte Reihe beginnt wieder mit den 3 Luftmaschen, nachdem man mit 3 Kettmaschen an die richtige Stelle gelangt ist:




Nur mehr 2 Kästchen in der vorletzten Reihe:




Wenden, 3 Kettmaschen auf die letzten 3 Stäbchen, 3 Luftmaschen:




Zum letzten Mal drei Stäbchen um den Luftmaschenbogen und diese mit einer Kettmasche befestigen, und dein Corner-2-Corner-Quadrat ist fertig!








Willst du aber ein  Rechteck  machen, dann nimmst du nur auf einer Seite ab, während du auf der anderen wie gewohnt zunimmst. Dadurch hast du in jeder Reihe immer gleich viele Kästchen.


In der Häkelschrift mit Bleistift gezeichnet, beginnst du mit dem Abnehmen - bei unserem Beispiel die 6. Reihe - oben links mit 3 Kettmaschen:



Die Reihe wird genau so wie oben beim Quadrat beschrieben gehäkelt, mit dem einen Unterschied, dass am Ende der 6. Reihe ein weiteres Kästchen gehäkelt wird. Genau so wie in den Anfangsreihen, in denen du noch zugenommen hast.
Die folgende (also 7.) Reihe beginnst du mit den 6 Luftmaschen, in welche die 3 Stäbchen gehäkelt werden. Erst am Ende dieser Reihe nimmst du wieder ein Kästchen ab.
Also: Auf immer derselben Seite nimmst du in jeder Reihe ein Kästchen ab, auf der anderen Seite zu. So entsteht ein Rechteck.



Und weil dieser Beitrag noch nicht lange genug ist 😀💥😋, möchte ich noch auf einen weiteren Punkt eingehen, nämlich die Modifikation mit halben Stäbchen.
Wenn dir die Zwischenräume nämlich zu groß erscheinen und du das Gehäkelte zB bei einem Stirnband weniger löchrig möchtest, oder du eine schöne Vorlage für irgendein Motiv hast, das aber mit der normalen C2C-Methode zu groß werden würde, dann kannst du statt den Stäbchen einfach halbe Stäbchen häkeln!

Dafür beginnst du die Reihen statt mit den üblichen 6 Luftmaschen mit nur 4,
und statt den 3 Stäbchen machst du nur 2 halbe Stäbchen.

Somit wird das Gehäkelte einerseits etwas dichter, weniger löchrig, und andererseits werden Motive kleiner und sie schauen weniger "pixelig" aus.


Und damit beende ich diesen ohnehin schon ellenlangen Beitrag! 😊 Ich hoffe, er hat dir weitergeholfen und dir das Häkeln in der Corner-2-Corner-Technik erleichtert!

Aber eines muss ich doch noch loswerden: Nachdem ich im Internet schon sehr oft Entstehungsfotos von C2C-Decken mit Motiven gesehen habe, möchte ich euch noch ganz kurz sagen, dass ich bei Farbwechseln den Faden nur selten abschneide, sondern ihn gleich in der nächsten Reihe weiterverwende, sofern dieselbe Farbe wieder benötigt wird. Auch, wenn der Anfang der Farbe ein paar Kästchen vom Ende in der Vorreihe entfernt ist, denn dann häkle ich einfach nach Tapestry-Art über den Faden drüber. Hin und wieder blitzt die Farbe zwar ein bisschen durch, aber wer vernäht schon gerne gefühlte 10 Millionen Fäden? 😖 So sieht das nämlich auf der Rückseite aus, wenn man in jeder Reihe die Farben abschneidet und in der nächsten wieder neu anknüpft. Das ist eine Fleißarbeit, die ich ganz sicher nicht mache! *g*


Kommentare

  1. Liebe Sandra,
    eine Sehr schöne Erklärung vom c2c häkeln hast Du da geschrieben. Ich habe bei meiner Decke nur 2 Luftmaschen gemacht, dann werden die Löcher etwas kleiner.
    Liebe Grüße
    Heike

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    Antworten
    1. Danke schön, Heike! =)
      Gute Idee, werd ich beim nächsten Mal gleich ausprobieren!

      LG Sandra

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  2. Liebe Sandra,
    das hast du super erklärt. Und der Tipp mit den halben Stäbchen ist klasse. Wäre ich nicht drauf gekommen obwohl das ja eigentlich total logisch ist. :-)
    Liebe Grüße
    Marietta

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    1. Vielen Dank, Marietta! Freut mich, dass ich es verständlich rüberbringen konnte! =)

      Alles Liebe,
      Sandra

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